Am vergangenen Sonnabend versammelten sich in Hamburg rund tausend Menschen, um gegen das Mullah-Regime im Iran zu protestieren. Die Demonstrierenden schwenkten Flaggen der iranischen Opposition und skandierten “Nieder mit dem Mullah-Regime”, wobei sie sich entschieden gegen jede Form der Diktatur im Iran aussprachen. Ihr erklärtes Ziel ist die Schaffung einer Demokratischen Republik, und sie forderten von Deutschland eine aktive Unterstützung der demokratischen Oppositionskräfte im Land. Die Route der Demonstration führte vom Mittelweg durch die Innenstadt zum Gänsemarkt und zurück zum Dammtorbahnhof.
Die Angriffe der USA und Israels auf das Regime wurden von den Teilnehmenden weder verurteilt noch explizit begrüßt; die Organisatoren betonten, dass ein Umsturz nur durch die eigene Bevölkerung herbeigeführt werden könne. Aufgerufen zu dieser Kundgebung hatten der Nationale Widerstandsrats Iran (NWRI) und mehrere Vereine des iranischen Exils. Viele der Exil-Iraner äußerten tiefe Besorgnis um ihre Familien im Iran und die andauernde Unsicherheit durch den nicht absehbaren Krieg. Die Hoffnung auf ein Ende des Regimes nach dem jüngsten Angriff auf den Iran war spürbar. Für Sonntag wurde eine weitere Großdemonstration von 5.000 bis 8.000 Iranerinnen und Iranern erwartet, organisiert von der Constitutionalist Party of Iran, die von der Mönckebergstraße zum Gänsemarkt ziehen sollte.
Ebenfalls am Sonnabend, um 14 Uhr, fand auf dem Hamburger Rathausmarkt eine weitere bedeutende Kundgebung statt, die sich für ein Verbot der AfD einsetzte. Unter dem Motto “Prüfung Rettet Übrigens Freiheit!” (PRÜF), einer Organisation gegründet vom Satiriker, Aktivisten und Politiker Nico Semsrott, demonstrierten laut Polizeiangaben 4.000 Menschen, während die Organisatoren von über 5.000 Teilnehmenden sprachen. Die Aktivistinnen und Aktivisten forderten den Bundesrat auf, beim Bundesverfassungsgericht die Überprüfung aller Parteien zu beantragen, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft werden. Die Indie-Band Madsen unterstützte die Forderungen musikalisch.
Die Doppel-Demonstrationen unterstreichen die breite Protestkultur in Hamburg, die sich sowohl gegen internationale Diktaturen als auch gegen wahrgenommene Bedrohungen der Demokratie im Inland richtet. Insgesamt kamen am Sonnabend tausende Menschen auf die Straße, um ihre Stimme zu erheben – rund tausend gegen das Mullah-Regime und 4.000 bis 5.000 für ein AfD-Verbot. Die Sorgen der Exil-Iraner um ihre Heimat und die klare Forderung nach demokratischen Veränderungen spiegelten sich in den Protesten wider, ebenso wie der Wunsch, extremistische Tendenzen in der deutschen Politik zu bekämpfen.
