Lori Chavez-DeRemer ist als dritte hochrangige Vertreterin innerhalb von sieben Wochen aus der Trump-Regierung ausgeschieden. Das bestätigte das Weiße Haus über Kommunikationsdirektor Steven Cheung auf der Plattform X. Sie werde künftig eine Position in der Privatwirtschaft übernehmen. Ihr Stellvertreter Keith Sonderling soll zunächst kommissarisch die Leitung übernehmen.
Chavez-DeRemer war seit März 2025 als Arbeitsministerin im Amt und zuvor Abgeordnete im US-Bundesstaat Oregon. Ihre Ernennung galt damals als ungewöhnlich, da sie im Vergleich zu vielen Republikanern eher gewerkschaftsfreundliche Positionen vertritt.
Der Rücktritt erfolgt vor dem Hintergrund mehrerer laufender Untersuchungen gegen sie. US-Medien wie die „Washington Post“ berichten über Vorwürfe im Zusammenhang mit möglichem Missbrauch öffentlicher Gelder sowie unangemessenem Verhalten im Amt. Offizielle Ermittlungen wurden zudem zu einem möglichen problematischen Arbeitsumfeld in ihrem Ministerium eingeleitet.
Nach Berichten der „New York Times“ und der „New York Post“ sollen mehrere Mitarbeiterinnen von einem „feindlichen Arbeitsklima“ gesprochen haben, das auch Vergeltungsmaßnahmen umfasst habe. Zusätzlich wurde berichtet, dass ihr Ehemann nach Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens gegenüber Mitarbeiterinnen entlassen worden sein soll. Chavez-DeRemer weist die Vorwürfe zurück.
Mit ihrem Rücktritt setzt sich eine Serie von Abgängen in der US-Regierung fort. Erst Anfang März wurde Heimatschutzministerin Kristi Noem entlassen. Anfang April folgte Generalstaatsanwältin Pam Bondi, die unter anderem wegen der sogenannten Epstein-Affäre unter Druck geraten war. Chavez-DeRemer ist nun die dritte Frau innerhalb kurzer Zeit, die ihre Position in der Regierung verliert.
Die Häufung der personellen Wechsel sorgt in Washington für politische Diskussionen. Kritiker sprechen von Instabilität innerhalb der Regierung, während aus dem Umfeld des Weißen Hauses betont wird, dass es sich um Einzelfälle handle.
Der kommissarische Nachfolger Keith Sonderling soll die Arbeit des Ministeriums vorerst weiterführen, bis eine dauerhafte Nachbesetzung entschieden wird. Eine offizielle Nominierung für die Nachfolge steht noch aus.
