Krefeld hat sich in einem Ratsbürgerentscheid klar für eine mögliche Beteiligung an einer Olympia- und Paralympics-Bewerbung der Region Köln/Rhein-Ruhr ausgesprochen. Die Abstimmung fand im Hinblick auf mögliche Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 statt. Das Ergebnis zeigt eine deutliche Mehrheit für das Projekt und stärkt die regionale Bewerbung.
Von insgesamt 175.422 stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürgern votierten 48.639 mit „Ja“. Das entspricht einer Zustimmung von rund 64,41 Prozent. Damit wurde die Zwei-Drittel-Marke nahezu erreicht. Die Stadt Krefeld sieht darin ein klares Signal aus der Bevölkerung für die Unterstützung des internationalen Sportprojekts.
Stadtdirektor Markus Schön zeigte sich am Montagmorgen erleichtert über das Ergebnis. Im Gespräch mit der „WZ“ sagte er, die hohe Zustimmung gebe „Rückenwind“ für die weiteren Planungen. Gleichzeitig betonte er, dass er während der Auszählung durchaus angespannt gewesen sei. Für ihn sei es wichtig gewesen, dass die Entscheidung ernst genommen werde.
Schön erklärte außerdem, dass die Zustimmung in Krefeld im Vergleich zu anderen Städten unterschiedlich ausfalle. So habe etwa Mönchengladbach eine noch höhere Zustimmungsrate erzielt. Dies liege aus seiner Sicht auch an der unterschiedlichen sportlichen Prägung der Städte. Während in Mönchengladbach Hockey eine große Rolle spiele, sei in Krefeld unter anderem Taekwondo stärker vertreten.
Trotz dieser Unterschiede wertet die Stadt das Ergebnis insgesamt als Erfolg. Die klare Mehrheit zeige, dass viele Bürgerinnen und Bürger dem Projekt offen gegenüberstehen. Die Beteiligung an der Olympia-Bewerbung gilt als Teil einer größeren regionalen Initiative der Metropolregion Köln/Rhein-Ruhr.
Mit der Entscheidung aus Krefeld wächst der politische Rückhalt für die mögliche Bewerbung weiter. In den kommenden Monaten sollen weitere Abstimmungen und Planungen in der Region folgen. Ziel ist es, eine gemeinsame und überzeugende Bewerbung für zukünftige Olympische und Paralympische Spiele vorzubereiten.
Die Verantwortlichen betonen, dass neben sportlichen auch wirtschaftliche und infrastrukturelle Aspekte eine Rolle spielen. Befürworter sehen in der Bewerbung eine Chance für Investitionen, neue Sportstätten und internationale Aufmerksamkeit für die Region.
Gleichzeitig bleibt die Entscheidung ein wichtiger Zwischenschritt. Ob Deutschland tatsächlich den Zuschlag für eine Austragung erhält, hängt von weiteren nationalen und internationalen Auswahlverfahren ab.
