Mariah Blake’s investigatives Buch „Die Vergiftung der Welt“ enthüllt die schockierende Realität der PFAS-Chemikalien und die beispiellose Dreistigkeit großer Chemiekonzerne. Was zunächst dramatisch klingen mag, entpuppt sich als erschütternder Bericht über Jahrzehnte bewusster Vermarktung gesundheitsschädlicher Produkte. Leser sind fassungslos angesichts der immensen Macht der US-Chemielobby und des Versagens von Behörden, Bürger vor den gravierenden PFAS-bedingten Krankheiten zu schützen. Blakes tiefgreifende Recherche beleuchtet, wie Unternehmen wider besseres Wissen handelten und weiter handeln, um Profite über Gesundheit zu stellen.
Blake verwebt in ihrem Buch historische Entwicklungen, wissenschaftliche Fakten und bewegende Einzelschicksale. Sie zeigt, wie die sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ – Alleskönner in Produkten von Regenjacken bis Pizzakartons – während Herstellung und Entsorgung ins Grundwasser und in die Luft gelangen. PFAS bauen sich in der Umwelt nicht ab und wurden weltweit nachgewiesen, von Robben in Grönland bis zu Hausstaub in China. Insbesondere in den USA strömten diese Chemikalien ungehinderter in die Umwelt als in Europa, doch auch hierzulande sind tausende Orte kontaminiert, mit Sanierungskosten, die in Deutschland allein 800 Millionen Euro pro Jahr übersteigen könnten.
Der Kern von Blakes Erzählung sind die mutigen Menschen wie Michael Hickey aus Hoosick Falls, New York, den sie acht Jahre lang begleitete. Hickey, ein Versicherungskaufmann, wurde zum Aktivisten, nachdem er einen Zusammenhang zwischen der Krebserkrankung seines Vaters, zahlreichen anderen Krankheiten im Ort und PFAS-belastetem Wasser aus nahegelegenen Teflon-Fabriken erkannte. Sein hartnäckiger Kampf für sauberes Trinkwasser führte zu Erfolgen, forderte aber auch hohe persönliche Opfer. Die Geschichte von Emily Marpe, deren Tochter extrem hohe PFAS-Blutwerte aufwies, unterstreicht die dramatischen persönlichen Konsequenzen. Blake integriert zahlreiche weitere Schicksale, die das Ausmaß der Krise verdeutlichen.
Parallel dazu beschreibt Blake den weltweiten Siegeszug der Ewigkeitschemikalien, die in unzähligen Produkten, von Pestiziden bis zu Covid-Schutzanzügen, verwendet wurden. Sie deckt auf, dass bereits in den 1950er-Jahren Studien einen Zusammenhang zwischen synthetischen Chemikalien und Krebs aufzeigten – oft von den Chemieriesen selbst durchgeführt. Firmen wie 3M und DuPont unterdrückten diese Ergebnisse jedoch systematisch, um ihre Geschäfte zu schützen. Trotz eines positiven Endes, das Klagen und erste Erfolge von Einzelpersonen hervorhebt, warnt Blake vor der anhaltenden Macht der Chemielobby, die selbst weitreichende EU-Verbotsvorhaben mit tausenden Lobbyschreiben zu untergraben versucht und so die vollständige Durchsetzung von Schutzmaßnahmen in Frage stellt.
