Der Vogelpark Walsrode ist aktuell von einem schweren Ausbruch der Geflügelpest (H5N1) betroffen. Nachdem der Erreger bei plötzlich verendeten Enten und Gänsen nachgewiesen wurde, hat das Friedrich-Loeffler-Institut den Befund bestätigt. Besonders hart trifft es die Tiere in der Meeresvogelvoliere, die als Ursprungsherd der Infektion gilt. Angesichts der hohen Aggressivität des Virus und seiner schnellen Verbreitung unter den Seevögeln wurde die drastische Entscheidung getroffen, alle Vögel dieser Anlage zu töten, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und das Leiden der Tiere zu beenden.
Bisher wurden bei umfangreichen Labortests insgesamt 58 Tiere positiv auf das H5N1-Virus getestet. Zehn von ihnen wurden bereits eingeschläfert, die restlichen 48 werden im Laufe des Tages folgen. Die Infektion wurde vermutlich durch den Kot überfliegender Zugvögel eingetragen, da die Außenanlage bislang lediglich mit großmaschigen Gittern geschützt war. Eine kleine Hoffnung gibt es jedoch: Zwei Vögel aus der unmittelbaren Umgebung der betroffenen Voliere wurden negativ getestet, was darauf hindeuten könnte, dass sich die Ansteckung nicht auf angrenzende Bereiche ausgebreitet hat.
Für die weiteren Vögel im Park sind vorerst keine Tötungen vorgesehen. Diese sind im Gegensatz zu den Meeresvögeln in geschlossenen Volieren untergebracht, wodurch eine Einschleppung des Virus von außen durch Vogelkot verhindert werden soll. Umfangreiche Hygienemaßnahmen sind implementiert, um den „artenschutzrechtlich wertvollen Gesamtbestand“ zu schützen. Eine Restriktionszone im Umfeld des Vogelparks, wie sie bei Geflügelpest-Ausbrüchen üblich ist, wurde für Walsrode nicht verhängt – eine Ausnahme, die bei zoologischen Gärten möglich ist. Die fehlende Impfung vieler Vögel im Park wird mit dem hohen personellen Aufwand und der Ablehnung geimpfter Tiere durch andere Zoos im Rahmen des Zuchtaustauschs begründet.
Als direkte Konsequenz des Ausbruchs bleibt der Vogelpark Walsrode für Besucher zunächst 14 Tage lang geschlossen, was auch den regulären Winter-Wochenendbetrieb betrifft. Die Geflügelpest kursiert aktuell in mehreren Regionen Norddeutschlands und hat bereits zahlreiche Betriebe getroffen. Während sich auch andere Zoos auf den Ernstfall vorbereiten, bleibt die Frage nach der Gefährlichkeit der Vogelgrippe für den Menschen im Fokus der allgemeinen Diskussion, obwohl in diesem spezifischen Fall keine direkte Gefahr für Besucher oder Anwohner kommuniziert wurde.
