Die A7 bei Hamburg ist zwar seit dem späten Sonntagabend wieder frei, doch Pendler und Reisende müssen sich auch heute noch auf erhebliche Wartezeiten einstellen. Grund dafür ist ein bis Dienstagmorgen um 6 Uhr andauernder Warnstreik in der Tunnel-Leitzentrale des Elbtunnels. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten zu diesem Ausstand aufgerufen, was zur Folge hat, dass im Elbtunnel sowie in den Lärmschutztunneln Schnelsen und Stellingen nicht alle Fahrspuren genutzt werden können. Ähnlich wie bereits am Freitag sind pro Richtung nur zwei statt der üblichen drei Fahrspuren befahrbar, was den Verkehr massiv ausbremst. Am Morgen bildeten sich bereits Staus von mehreren Kilometern Länge in beiden Fahrtrichtungen, auch die Norderelbbrücke war stark betroffen. Die Situation stellt eine doppelte Belastung für den Verkehr dar, nachdem das Wochenende bereits von einer Vollsperrung der A7 geprägt war.
Die Vollsperrung der A7 erfolgte von Freitagabend bis in die Nacht zu Montag in beiden Richtungen – zwischen Hamburg-Heimfeld und Volkspark Richtung Flensburg sowie zwischen Hamburg-Stellingen und Heimfeld Richtung Hannover. Während dieser Zeit wurden umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt, darunter das Einheben und Montieren von drei neuen Verkehrszeichenbrücken. Zudem wurden Fortschritte beim Bau des Lärmschutztunnels Altona erzielt, der Teil des ambitionierten A7-Ausbauprojekts auf acht Spuren ist und bis 2028 fertiggestellt werden soll. Bereits vor dieser planmäßigen Sperrung hatte ver.di zum Streik aufgerufen, was die Verkehrssituation am Freitag zusätzlich verschärfte und die Anzahl der befahrbaren Spuren im Elbtunnel auf zwei reduzierte.
Hintergrund des aktuellen Warnstreiks sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen zwischen ver.di und der Autobahn GmbH. Am Vormittag versammelten sich Streikende auf der Autobahnbrücke auf der Behringstraße, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Max Stempel, der zuständige Gewerkschaftssekretär für die Autobahn GmbH, verteidigt den Zeitpunkt des Streiks, der ungünstigerweise direkt an das Sperrungswochenende anschließt. Er betonte, dass dies “leider die Planung der bundesweiten Tarifrunde” sei und es keine anderen Termine gegeben hätte. Streiks seien immer das letzte Mittel, aber notwendig, da die Autobahn GmbH sich nach zwei Tarifrunden “nicht bewegt, auch nicht ansatzweise” habe. ver.di fordert sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro monatlich.
Die Autobahn GmbH hat sich trotz der aktuellen Konflikte zuversichtlich gezeigt, eine Lösung zu finden. Ihr Ziel sei ein ausgewogener Abschluss in der bevorstehenden dritten Verhandlungsrunde. Diese entscheidende Verhandlungsrunde ist für Mittwoch in Berlin angesetzt. Der wiederholte Ausstand in einer so neuralgischen Infrastruktureinrichtung wie dem Elbtunnel unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Forderungen der Gewerkschaft und den Druck, der auf beiden Seiten lastet. Währenddessen müssen sich Autofahrer weiterhin auf Geduldsproben einstellen, bis der Warnstreik am Dienstagmorgen beendet ist und der Verkehr im Elbtunnel wieder auf allen Spuren fließen kann. Der weitere Ausbau der A7 und die damit verbundenen Lärmschutzmaßnahmen sind langfristige Projekte, die auch künftig für Beeinträchtigungen sorgen könnten.
