In Eckernförde hat der gewaltsame Tod eines 15-jährigen Jugendlichen am Mittwochabend für Bestürzung gesorgt. Nach einer körperlichen Auseinandersetzung vor einem Supermarkt in der Innenstadt erlitt der Jugendliche schwere Verletzungen, denen er auf dem Weg ins Krankenhaus erlag. Die Staatsanwaltschaft Kiel und die örtliche Polizei haben eine umfassende Untersuchung eingeleitet, um die genauen Umstände der Tat zu klären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Zahlreiche Einsatzkräfte waren in und um Eckernförde sowie in angrenzenden Gebieten im Einsatz, um Spuren zu sichern und Zeugen zu befragen. Die Fahndungsmaßnahmen laufen seit der Nacht zum Donnerstag auf Hochtouren.
Der Vorfall ereignete sich gegen 20.45 Uhr. Nach dem Streit in der Innenstadt fanden Beamte den schwer verletzten Jugendlichen in der Straße Schiefkoppel, etwa 2,5 Kilometer vom Supermarkt entfernt. Trotz sofortiger Reanimationsversuche starb der 15-Jährige. Am ursprünglichen Tatort konnten die Einsatzkräfte Blutspuren sichern, Personen waren dort jedoch nicht mehr anzutreffen. Zeugen berichteten, dass nach der Auseinandersetzung mehrere Personen in einem Fahrzeug geflüchtet seien. Die Leiche des Jugendlichen wird in den kommenden Tagen obduziert, um weitere Erkenntnisse über die Todesursache zu gewinnen. Angaben zu den Verletzungen, dem Tathergang und den Hintergründen der Tat werden derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht.
Die Polizei konzentriert ihre Fahndung nun auf einen weißen VW Golf. Dieses Fahrzeug soll am Mittwochabend zwischen 20 und 21:30 Uhr zwischen Eckernförde und der A7 unterwegs gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Tatverdächtige mit diesem Auto vom Tatort geflüchtet sind. Die Bevölkerung wird dringend um Mithilfe gebeten: Zeugen, die Informationen zu dem gesuchten Fahrzeug oder den Insassen machen können, sollen sich bei der Kriminalpolizei in Kiel unter der Rufnummer (0431) 160 33 33 melden. Zudem wurde ein Hinweisportal für Fotos und Videos freigeschaltet. Um die Aufklärung des Falles zu fördern, hat die Staatsanwaltschaft Kiel eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen.
Obwohl es in der Vergangenheit im Bereich Sauersgang/Gartenstraße vermehrt zu Straftaten, insbesondere durch Jugendliche, kam, betrachten Polizei und Staatsanwaltschaft diese aktuelle Gewalttat als Einzelfall. Oberstaatsanwalt Michael Bimler betonte, dass die Ermittler davon ausgehen, dass es sich nicht um ein wahlloses Opfer handelte, sondern dass der Tat ein gezieltes vorheriges Geschehen zugrunde lag. Eine allgemeine Gefahr für die Bevölkerung bestehe demnach nicht, da sich die Tat in einem „bestimmten Täterkreis zugespitzt“ habe. Die intensiven Ermittlungen zur vollständigen Aufklärung dieses tragischen Vorfalls laufen weiterhin auf Hochtouren.
