Am Ostersonntag ereignete sich in der Gemeinde Mittelangeln, nahe Satrup (Kreis Schleswig-Flensburg), ein entsetzliches Unglück: Während einer Ostereiersuche stürzte ein etwa 30 Meter hoher Baum um und traf eine Gruppe von rund 50 Personen. Das Ereignis, das sich kurz nach 11 Uhr vormittags zutrug, forderte drei Todesopfer und ließ mehrere weitere Menschen verletzt zurück. Die Gruppe bestand aus Bewohnern und Betreuungspersonen einer nahegelegenen Wohneinrichtung des freien Trägers SterniPark, die sich zu einem gemeinsamen Ausflug in den Wald bei Satrupholm begeben hatte. Vermutet wird, dass starke Windböen den Baum zu Fall brachten.
Unter den Todesopfern sind eine 21-jährige Frau, ihre zehn Monate alte Tochter und eine 16-jährige Jugendliche. Die 16-Jährige und die 21-jährige Frau starben noch am Unfallort. Das Baby wurde zunächst lebensgefährlich verletzt per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Kiel geflogen, wo es seinen schweren Verletzungen erlag. Eine weitere 18-jährige Frau erlitt schwere Verletzungen, wurde ebenfalls mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Heide gebracht und operiert; sie ist mittlerweile außer Lebensgefahr. Mehrere andere Personen erlitten leichte Verletzungen. Rund 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst waren vor Ort, Notfallseelsorger kümmerten sich um die schockierten Überlebenden und Betreuer.
Der private Träger der Wohneinrichtung, SterniPark, sprach in einer Stellungnahme von einem zutiefst tragischen Unglück und dankte allen Einsatzkräften für ihre unermüdliche Hilfe. Sie betonten die Notwendigkeit von Zeit und Unterstützung für die Bewohner, Kinder, Jugendlichen, Angehörigen und Mitarbeitenden zur Verarbeitung des Vorfalls. Auch die Landesregierung Schleswig-Holsteins, vertreten durch Ministerpräsident Daniel Günther und weitere Minister, drückte den Angehörigen und Verletzten ihr tiefstes Mitgefühl aus und sprach von einer schrecklichen Tragödie, die einen freudigen Feiertag in einen Moment des Schmerzes verwandelt habe.
Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache dauern noch an. Fragen, ob der Baum möglicherweise morsch war oder ob es Warnhinweise in dem Waldgebiet gab, sind Gegenstand der Untersuchung. Die Landesforsten wurden über den Vorfall informiert. Der Deutsche Wetterdienst hatte für die Region vor Sturmböen gewarnt, und die Polizei-Leitstelle Nord meldete am Sonntag insgesamt 47 sturmbedingte Einsätze, die jedoch meist kleinere Schäden betrafen. Das Unglück bei Satrup stellt den schwerwiegendsten Vorfall im Zusammenhang mit dem Sturm dar.
