Rekordsieger VfL Wolfsburg hat sich mit viel Mühe und einem dramatischen Elfmeterschießen ins Finale des DFB-Pokals der Frauen gekämpft. Drei Tage nach dem bitteren Champions-League-Aus in Lyon stand das Team von Trainer Stephan Lerch erneut am Rande einer Enttäuschung, konnte aber im Halbfinale das Bundesliga-Schlusslicht Carl Zeiss Jena erst nach 120 torlosen Minuten mit 5:4 im Elfmeterschießen bezwingen. Torhüterin Stina Johannes avancierte dabei zur Heldin, indem sie mit zwei entscheidenden Paraden eine Blamage für die Favoritinnen abwendete. Dieser hart erkämpfte Sieg bewahrt den Wolfsburgerinnen die letzte Titelchance in dieser Saison und öffnet den Weg zum ersehnten Finale.
Das Elfmeterschießen war an Spannung kaum zu überbieten. Nachdem Wolfsburgs Lineth Beerensteyn ihren Versuch vergeben hatte, schien die Sensation für Jena greifbar. Die 18-jährige Fiona Gaißer hatte die Chance, den Außenseiter ins Finale zu schießen, doch Johannes parierte ihren Elfmeter. Anschließend setzte Smilla Vallotto den entscheidenden Schlusspunkt für die Niedersachsen. Der knappe Erfolg verhindert einen weiteren Rückschlag für die kräftezehrenden Wolfsburgerinnen nach der 1:4-Niederlage nach Verlängerung in der Königsklasse. Im Vorjahr war der VfL bereits im Viertelfinale ausgeschieden, nachdem er zuvor beeindruckende zehn Titel in Folge gewonnen hatte.
Gegen den klar defensiv eingestellten Außenseiter Jena rannte Wolfsburg oft vergeblich an. Das ideenlose Angriffsspiel ohne die verletzte Alexandra Popp, die auch als laute Ansprache auf dem Platz fehlte, offenbarte Schwächen im Spielaufbau der Favoritinnen. Popp äußerte sich in der ARD hoffnungsvoll bezüglich ihrer Genesung für das Finale: „Wir hoffen natürlich, dass es zum Pokalfinale reicht. Es wäre ein Träumchen, am Ende mit dem Pokal in der Hand diesen Verein verlassen zu können.“ Der Blick richtet sich nun auf das zweite Halbfinale, in dem am Montag der FC Bayern München und die SGS Essen den zweiten Finalteilnehmer ausspielen werden.
Nach dem mühevollen Sieg der Wolfsburgerinnen deutet sich ein Traumfinale am 14. Mai in Köln an: ein Duell der deutschen Schwergewichte VfL Wolfsburg und FC Bayern München. Die Dominanz der Bayern-Frauen in dieser Saison lässt kaum Zweifel an ihrem Einzug ins Endspiel. Sie gewannen den Pokal im vergangenen Jahr und holten damit das Double. In der Liga können die Bayern die erfolgreiche Titelverteidigung bereits mit einem Sieg im nächsten Spiel perfekt machen. Ihr Einzug ins Halbfinale der Königsklasse unterstreicht die beeindruckende Entwicklung des Teams. Ein Finale gegen Wolfsburg wäre ein würdiger Abschluss einer spannenden Pokalsaison.
