Die Internationale Raumstation (ISS) hat nach Wochen der Unterbesetzung ihre volle Mannschaftsstärke wiedererlangt. Am Samstag dockte die Nachfolge-Crew, bestehend aus vier Astronauten, erfolgreich an die ISS an. An Bord ihres Raumschiffs „Dragon“ des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX von Techmilliardär Elon Musk erreichten die Mitglieder der „Crew 12“ die Orbitstation. Livebilder der Nasa übertrugen das Ereignis, das am Freitag mit dem Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida seinen Anfang nahm. Die erfolgreiche Ankunft markiert einen wichtigen Meilenstein in der Aufrechterhaltung der kontinuierlichen Präsenz und Forschungsarbeiten auf der ISS, die seit rund 25 Jahren durchgehend bewohnt wird. Der Transport unterstreicht einmal mehr die Zuverlässigkeit und entscheidende Rolle von SpaceX in der bemannten Raumfahrt.
Die neu angekommene „Crew 12“ setzt sich aus einem internationalen Team zusammen. Dazu gehören die Nasa-Astronautin Jessica Meir und ihr amerikanischer Kollege Jack Hathaway, ergänzt durch den russischen Kosmonauten Andrej Fedjajew und die Französin Sophie Adenot, die die europäische Raumfahrtagentur Esa vertritt. Für Hathaway und Adenot ist dies der Jungfernflug zur ISS. Meir und Fedjajew bringen hingegen bereits Erfahrungen von jeweils einem früheren ISS-Aufenthalt mit. Die vier sollen rund acht Monate an Bord der Internationalen Raumstation leben und in dieser Zeit eine Vielzahl von Experimenten und Wartungsarbeiten durchführen, die für die Weiterentwicklung der Raumfahrt und das Verständnis unseres Universums von großer Bedeutung sind.
Die Ankunft der „Crew 12“ war dringend notwendig, da die ISS seit Mitte Januar unterbesetzt war. Ursprünglich war die „Crew 11“ mit den US-Astronauten Zena Cardman und Michael Fincke, dem japanischen Raumfahrer Kimiya Yui und dem russischen Kosmonauten Oleg Platonow an Bord. Sie musste jedoch wegen eines medizinischen Problems vorzeitig zur Erde zurückkehren. Dieser Vorfall stellt den ersten seiner Art in der rund 25-jährigen Geschichte der Internationalen Raumstation dar, was die Seltenheit extremer Vorsichtsmaßnahmen in der Raumfahrt unterstreicht. Die Nasa hat zwar die frühzeitige Rückkehr bestätigt, jedoch keine näheren Details zum medizinischen Problem oder dem betroffenen Crewmitglied bekannt gegeben, um die Privatsphäre zu wahren.
Eigentlich war eine geplante Übergabephase vorgesehen, bei der die scheidende „Crew 11“ die neue „Crew 12“ in die Abläufe einführen sollte. Aufgrund der unerwarteten Rückkehr von „Crew 11“ entfiel diese Übergabe jedoch. Stattdessen hielten in den vergangenen Wochen lediglich der Nasa-Astronaut Christopher Williams und die beiden russischen Kosmonauten Sergej Mikaew und Sergej Kud-Swertschkow die Stellung an Bord. Sie sorgten dafür, dass die grundlegenden Funktionen und Forschungsarbeiten der Station aufrechterhalten werden konnten, bis die Verstärkung eintraf. Die Ankunft der neuen Crew sichert somit die Fortsetzung der wichtigen Forschungsmissionen und die Bewohnbarkeit der ISS in den kommenden Monaten.
