Pakistan hat über seinen Außenminister Ishaq Dar baldige Gespräche zwischen den USA und dem Iran angekündigt, die in den kommenden Tagen in Pakistan stattfinden sollen. Diese Initiative zielt darauf ab, Wege zur Beendigung des anhaltenden Krieges im Nahen Osten zu finden. Dar betonte, dass sowohl Teheran als auch Washington großes Vertrauen in Pakistans Vermittlerrolle geäußert hätten. Details über das Format der Gespräche, ob direkt oder indirekt, sowie die genauen Agenda-Punkte, wie ein möglicher Waffenstillstand oder eine Lösung für die Blockade der Straße von Hormus, sind noch nicht bekannt. Diese Ankündigung kommt zu einer Zeit, in der die jemenitische Huthi-Miliz zunehmend in den Konflikt involviert ist.
Zuvor hatte Pakistan bereits ein Treffen der Außenminister Saudi-Arabiens, der Türkei, Ägyptens und Pakistans in Islamabad ausgerichtet, um die regionale Lage und gemeinsame Interessen zu erörtern. Bei bilateralen Vorgesprächen sicherten die Amtskollegen Dar ihre Unterstützung für Pakistans Friedensbemühungen zu. Obwohl Vertreter der USA oder Israels nicht anwesend waren, unterstreicht dies Pakistans aktive Diplomatie in der Region. Die enge Zusammenarbeit Pakistans mit den Golfstaaten und den USA, gepaart mit den guten Beziehungen zum Iran, positioniert das Land als glaubwürdigen Vermittler. Pakistan hat ein erhebliches Eigeninteresse an einem Ende der Gewalt, nicht zuletzt aufgrund seiner 900 Kilometer langen Grenze zum Iran und eines Verteidigungspaktes mit dem vom Iran beschossenen Saudi-Arabien.
Die Vermittlungsbemühungen Pakistans erhalten auch regionalen Rückhalt, wie der Verteidigungsanalyst Asif Durrani betont. Ein klares Zeichen des Vertrauens seitens Irans ist die Entscheidung Teherans, 20 weiteren unter pakistanischer Flagge fahrenden Schiffen die Nutzung der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu erlauben. Dies signalisiert, dass der Iran weiterhin offen für Geschäfte mit der Welt ist, sofern die Vereinigten Staaten auf Zwang verzichten. Der Islamforscher Simon Fuchs sieht Pakistan in seiner Rolle als Vermittler von der Beistandspflicht gegenüber Saudi-Arabien ausgenommen.
Währenddessen gehen die Kämpfe im Nahen Osten unvermindert weiter. Berichte über Schäden aus Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten häufen sich, und Syrien meldete die Abwehr eines Drohnenangriffs auf eine US-Militärbasis. Auch die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon dauern an, wobei Israels Regierungschef Netanjahu eine Ausweitung der Pufferzone im Libanon angeordnet hat, um eine Invasion durch die pro-iranische Hisbollah zu verhindern und den Beschuss der Grenze zu stoppen. Die angekündigten Gespräche in Pakistan könnten einen wichtigen Schritt zur Deeskalation in dieser angespannten Region darstellen.
