Die Gewerkschaft ver.di hat für Dienstag bis Donnerstag weitere „Wellenstreiks“ im Hamburger Bus- und U-Bahnverkehr angekündigt. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Mittwoch, da die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) bereits bekannt gegeben haben, welche ihrer Buslinien an diesem Tag betroffen sein werden. Fahrgäste müssen sich vor allem im Hamburger Osten sowie in den schleswig-holsteinischen Kreisen Lauenburg und Stormarn auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Betroffen sind zahlreiche Linien, darunter die Expressbusse X3, X30, X21, X32, X33, X80, X81, X82, sowie die regulären Linien 2, 3, 29, 32, 119, 120, 133, 220, 221, 230, 320, 330, 422, 430, 524, 530, 609, 729 und spezielle Linien wie 4400, 4402, 8108, 8800 und viele weitere. Eine Mitteilung der Hochbahn bezüglich möglicher U-Bahn-Ausfälle steht indes noch aus.
Hintergrund der Streiks sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen. Ver.di fordert für die Beschäftigten der Hochbahn eine Lohnerhöhung von 7,5 Prozent, wobei die Hochbahn in der letzten Verhandlungsrunde noch kein konkretes Angebot vorgelegt hat. Von der VHH liegt zwar ein Angebot vor, dieses wird von ver.di jedoch als nicht zufriedenstellend abgetan. Die Gewerkschaft betont, durch sogenannte „Wellenstreiks“ die Probleme für die Fahrgäste möglichst gering halten zu wollen, um dennoch Druck auf die Arbeitgeber auszuüben. Dieser Tarifstreit ist getrennt vom kürzlich erzielten Tarifabschluss im öffentlichen Dienst der Länder zu betrachten.
Die Hochbahn reagierte mit Unverständnis auf die angekündigten Streikmaßnahmen. Hochbahn-Arbeitsdirektorin Saskia Heidenberger äußerte sich kritisch: „Wir haben uns mit ver.di auf einen konkreten Verhandlungsfahrplan verständigt. Ein Streik vorher ist unnötig und nicht konstruktiv.“ Die nächsten Verhandlungstermine sind für den 20. und 24. Februar angesetzt. Trotz der Beeinträchtigungen im Busverkehr gibt es für Pendler Alternativen: Die S-Bahnen sind nicht vom Streik betroffen und werden planmäßig verkehren. Auch die Fähren der HADAG werden ihren Betrieb aufrechterhalten.
Für die kommenden Tage und insbesondere den Mittwoch bedeutet dies für tausende Pendler und Schüler in Hamburg und den angrenzenden Kreisen eine erhebliche Herausforderung bei der Planung ihrer Wege. Die Ungewissheit bezüglich des U-Bahn-Verkehrs erhöht die Komplexität zusätzlich. Fahrgästen wird dringend empfohlen, sich vor Fahrtantritt über die aktuellen Entwicklungen zu informieren und alternative Reisemöglichkeiten zu prüfen, um größere Verzögerungen zu vermeiden und sich auf mögliche Ausfälle einzustellen.
