Donald Trumps Versprechen, US-Steuerzahlern einen 2000-Dollar-Scheck als „Zoll-Dividende“ auszuzahlen, hat sich als unerfüllte Hoffnung erwiesen. Ursprünglich als „Beginn einer Ära des Wohlstandes“ zum „Liberation Day“ am 2. April 2025 angekündigt, schürte die Aussicht auf Milliarden Dollar an Steuerrückzahlungen und weniger Staatsschulden große Erwartungen bei den inflationsgeplagten 165 Millionen Steuerzahlern. Man sprach von bis zu 175 Milliarden Dollar zusätzlichen Einnahmen in den ersten zehn Monaten und rechnete mit durchschnittlich 1000 Dollar zusätzlich für US-Haushalte. Der angekündigte 2000-Dollar-Scheck sollte dies übertreffen und sorgte für gespannte Vorfreude, ähnlich wie die 1400-Dollar-Covid-Schecks der Biden-Regierung. Doch die anfängliche Begeisterung wich schnell einer zunehmend genervten Stimmung, da die „Kohle“ ausblieb.
Die Situation eskalierte mit einer wegweisenden Entscheidung des Supreme Courts, der Trumps Executive Order 14257 für den „Tag der Befreiung“ als Kompetenzüberschreitung einstufte. Dieses Urteil öffnete ein „Kübel frisches Blut im Haifischbecken von Big Law“ und führte zu einer Flut von Rückzahlungsklagen. Über 1800 Firmen, darunter Logistik-Gigant Fed Ex und Warenhausriese Costco, haben bereits geklagt, und Experten erwarten Tausende weitere. Die Kanzleien der Trump-Regierung hatten bereits Mitte Dezember angekündigt, Zolleinnahmen erstatten zu wollen, sollten diese für illegal erklärt werden. Dies wirft neue Fragen für die Steuerzahler auf: Werden die Konzerne die Rückzahlungen an die Käufer weitergeben, wie sie einst die Zölle umgelegt hatten?
Die Ungewissheit wird durch politische Manöver weiter verstärkt. Gouverneure wie JB Pritzker aus Illinois fordern im Namen von Millionen Haushalten knapp 8,7 Milliarden Dollar von Trump, während Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom 1700 Dollar pro Haushalt im Westküsten-Bundesstaat beansprucht. Diese Aktionen werfen die Frage auf, ob es sich um aufrichtige Bemühungen um Gerechtigkeit handelt oder um geschickte PR-Stunts von Milliardären, die sich für den Präsidentschaftswahlkampf 2028 positionieren wollen. Trump selbst behauptete auf Truth Social, die Fake-News-Medien würden über mehr als 600 Milliarden Dollar an Zöllen, die bereits eingenommen wurden oder bald erwartet werden, nicht berichten. Sollte diese Zahl stimmen, würde jeder US-Haushalt theoretisch 3600 Dollar erhalten, doch die Realität ist komplizierter.
Die Hoffnungen der Steuerzahler wurden jüngst durch Finanzminister Scott Bessent zerschlagen, der unumwunden erklärte: „Ich habe das Gefühl, dass die Amerikaner sie nicht kriegen werden.“ Trump selbst zeigte sich unbeeindruckt vom „Geschwätz“ seiner Anwälte und verwies darauf, dass nun die Gerichte entscheiden müssten. Seine Prognose: „Wir dürften die nächsten fünf Jahre vor Gericht sein.“ Das bedeutet für die Steuerzahler, dass die „Kohle“ wohl eher in Anwaltsgebühren fließen wird, anstatt als versprochene Dividende auf ihren Konten zu landen. Am Ende bleiben die US-Bürger wohl die „Gelackmeierten“, während der Traum vom 2000-Dollar-Scheck in der Mühle der Justiz zermahlen wird.
