Donald Trumps umstrittener Beschluss, Kohlendioxid (CO2) als nicht gesundheitsschädlich einzustufen und damit jegliche Regulierung zu negieren, markiert einen drastischen Bruch mit etablierten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Diese Entscheidung, aktiv unterstützt von der US-Umweltbehörde EPA, setzt zahlreiche Klimaschutzmaßnahmen in den Vereinigten Staaten außer Kraft. Konkrete Auswirkungen zeigen sich beispielsweise im Wegfall von Umweltauflagen für die Automobilindustrie, was weitreichende Konsequenzen für Emissionsstandards und technologische Entwicklungen hat. Die USA ändern damit ihre grundlegende Einschätzung über die Gefahren von Treibhausgasen, was eine signifikante Kehrtwende in der nationalen Umweltpolitik darstellt und internationale Besorgnis auslöst. Experten sehen darin einen tiefgreifenden Rückschritt.
Für Fachleute wie Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut kam Trumps Haltung nicht überraschend, hatte sich aber über Monate abgezeichnet. Er betont die negativen Auswirkungen auf die globalen Klimaschutzbemühungen, weist jedoch darauf hin, dass einige US-Bundesstaaten weiterhin auf nicht-fossile Energieträger setzen. Oliver Geden von der Stiftung Wissenschaft und Politik interpretiert den Beschluss als Höhepunkt einer Strategie, die darauf abzielt, die Arbeit von Klimawissenschaftlern systematisch zu schwächen. Klimaschutzprogramme bei der EPA wurden gestrichen und die Auflösung von Forschungseinrichtungen wie NCAR angekündigt, was die gezielte Aushöhlung der Klimaforschung verdeutlicht.
Die genauen weltweiten Folgen bleiben schwer abschätzbar. Während Geden meint, Trumps Entscheidung mache bestehende Maßnahmen lediglich “gerichtsfest”, äußert sich Lisa Göldner von Greenpeace deutlich pessimistischer. Sie sieht in dem Beschluss “viele Verlierer”, insbesondere Menschen, die unter dem Klimawandel leiden, und befürchtet eine Zunahme dieser Zahl. Als einzigen “Gewinner” identifiziert Göldner die Lobby der fossilen Energien, die nun noch mehr Öl und Gas fördern und exportieren will. Sie hebt hervor, dass Europa ein großer Abnehmer von amerikanischem Flüssiggas (LNG) ist und die US-Regierung massiven Druck auf die EU ausübt, um diese Importe zu steigern.
Göldner warnt zudem vor einer potenziellen Domino-Kette: Bestrebungen zur Abschwächung von Umweltstandards seien nicht auf die USA beschränkt, sondern auch in Europa, insbesondere bei rechten Parteien, zu beobachten. Sie befürchtet, dass andere Länder dem amerikanischen Beispiel folgen könnten, was globale Klimaziele ernsthaft gefährden würde. Demgegenüber steht die Haltung des deutschen Umweltministers Carsten Schneider, der keinen Grund zur Sorge sieht. Er bekräftigt die Entschlossenheit Deutschlands und Europas, ihre Klimaziele einzuhalten, und verweist auf das ambitionierteste Programm zur Treibhausgasreduktion weltweit, das die EU verfolge. Die globale Gemeinschaft steht damit vor einer Zerreißprobe im Kampf gegen den Klimawandel.
