Klaus Allofs hat sich erstmals deutlich zu seiner Rolle beim sportlichen Absturz von Fortuna Düsseldorf geäußert. Vier Monate nach seinem Ausscheiden als Sportvorstand übernimmt der 69-Jährige erstmals öffentlich Verantwortung für die schwierige sportliche Lage des Zweitligisten. Gegenüber Welt TV sagte er, er trage „sicherlich eine gewisse Mitverantwortung“ für die Entwicklung des Teams. Besonders das Transferfenster sei aus seiner Sicht „sehr schlecht“ verlaufen.
Allofs und der ebenfalls entlassene Sportdirektor Christian Weber hatten zuvor eine umfangreiche Umstrukturierung des Kaders verantwortet. Dabei seien laut Allofs mehrere Fehlentscheidungen getroffen worden. Diese hätten sich im Saisonverlauf deutlich bemerkbar gemacht. Die Mannschaft leide unter Verletzungsproblemen, vor allem auf den Außenpositionen, und habe zudem zu wenig Führungsspieler.
Auch die Kaderzusammenstellung steht in der Kritik. Mehrere Spieler mit auslaufenden Verträgen sollen kaum noch Motivation für den Verein zeigen. Zusätzlich sorgte die gescheiterte Verpflichtung von Shon Weissman für Unruhe. Allofs räumte ein, dass die Kommunikation in dieser Personalie ein Fehler gewesen sei.
Im sportlichen Bereich folgten weitere Wechsel. Trainer Daniel Thioune wurde entlassen, sein Nachfolger Markus Anfang konnte die Erwartungen jedoch nicht erfüllen. Auch unter ihm blieb der sportliche Erfolg aus. Inzwischen wurde erneut gewechselt, und Sven Mislintat übernahm die sportliche Verantwortung.
Trotz des ursprünglichen Ziels, den Aufstieg in die Bundesliga zu schaffen, kämpft Fortuna Düsseldorf nun gegen den Abstieg. Vier Spieltage vor Saisonende befindet sich der Verein in akuter Abstiegsgefahr in Richtung 3. Liga. Die sportliche Situation hat sich zuletzt weiter verschärft.
Nach Niederlagen und ungünstigen Ergebnissen der Konkurrenz rutschte Düsseldorf auf einen direkten Abstiegsplatz. Konkurrenten wie Greuther Fürth und Eintracht Braunschweig konnten wichtige Punkte sammeln, während Düsseldorf selbst verlor. Dadurch ist die Lage im Tabellenkeller weiter eskaliert.
Allofs sprach in diesem Zusammenhang von einer „besorgniserregenden Situation“. Man müsse inzwischen „das Schlimmste befürchten“, sagte er. Für den früheren Nationalspieler ist die Lage besonders bitter, da er bereits in der Vergangenheit eine sportlich schwierige Phase mit dem Verein erlebt hatte. Auch beim letzten Abstieg 1999 war er in verantwortlicher Position tätig.
Neben seiner sportlichen Tätigkeit hatte Allofs zuletzt auch akademische Aufgaben wahrgenommen. Bei einem Auftritt an der Heinrich-Heine-Universität sprach er über die Entwicklung des modernen Profifußballs und die Strategie des Vereins. Damals stand jedoch noch nicht im Fokus, wie kritisch die sportliche Lage werden würde.
In einem früheren Vortrag hatte Allofs noch die langfristigen Pläne des Vereins erläutert und über mögliche Erfolgswege gesprochen. Heute zeigt sich jedoch ein deutlich anderes Bild. Der schnelle sportliche Einbruch wirft viele Fragen zur Kaderplanung und Vereinsstrategie auf.
Die kommenden Wochen gelten für Fortuna Düsseldorf als entscheidend. Ob der Verein den Klassenerhalt noch schafft, hängt von den letzten Spielen und den Ergebnissen der direkten Konkurrenz ab. Die sportliche und organisatorische Krise bleibt jedoch deutlich sichtbar.
