Ein unerwarteter und folgenschwerer Fehler von Marlene Fichtner hat das deutsche Biathlon-Damenquartett beim Weltcup in Kontiolahti in ein historisches Desaster gestürzt. Bei ihrem Staffeldebüt unterlief der 22-Jährigen im Liegendschießen der Fauxpas, einen Schuss zu wenig abzugeben, was umgehend eine drastische Zweiminutenstrafe für das gesamte Team zur Folge hatte. Diese unglückliche Begebenheit führte dazu, dass die zuvor in den Einzelrennen überragende Fichtner maßgeblich dazu beitrug, dass die deutsche Mannschaft die schlechteste Staffelplatzierung ihrer Geschichte verbuchen musste.
Die Konsequenzen des Schießfehlers waren verheerend und spiegelten sich im Endergebnis wider. Marlene Fichtner, Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz und Vanessa Voigt beendeten das Rennen über 4 × 6 Kilometer auf einem enttäuschenden 16. Rang. Neben dem Zeithandicap durch die Strafzeit musste das DSV-Quartett zusätzlich eine Strafrunde absolvieren und verzeichnete insgesamt zwölf Nachlader. Am Ende lag das deutsche Team sage und schreibe 6:35,1 Minuten hinter dem Sieger. Frauen-Bundestrainer Kristian Mehringer kommentierte die Situation mit deutlichen Worten: „Das Rennen hake ich sofort ab und will ich auch nicht bewerten“, was die Tiefe der Enttäuschung unterstreicht.
Die Ursache für Fichtners Patzer lag in einem Missgeschick beim ersten Anschlag. Sie hatte versehentlich eine Patrone zu viel aus dem Gewehr repetiert. In der Annahme, nur noch wenige Schüsse zu haben, lud sie lediglich zweimal nach, obwohl ihr noch ein weiterer Schuss zur Verfügung gestanden hätte. Statt diesen abzugeben, begab sie sich irrtümlicherweise in die Strafrunde, was den fatalen Schussmangel und die daraus resultierende Strafe verursachte. Nach dem Rennen musste die junge Athletin, die sichtlich mit den Emotionen kämpfte, getröstet werden.
Während das deutsche Team die bittere Pille des Misserfolgs schlucken musste, feierte Schweden im letzten Staffelrennen der Saison einen souveränen Sieg, gefolgt von Frankreich und Norwegen. Die Ereignisse in Kontiolahti stellen einen ungewöhnlichen Rückschlag für die deutsche Biathlon-Mannschaft dar, insbesondere angesichts Fichtners zuvor gezeigter starker Leistungen. Der Vorfall wird zweifellos als schmerzhafte, aber hoffentlich auch lehrreiche Erfahrung in die Annalen des deutschen Biathlons eingehen, die es nun schnell zu verarbeiten und abzuhaken gilt.
