Die aktuelle Artemis-Mondmission hat ein besonderes Crewmitglied an Bord: die Plüschkugel „Rise“. Entworfen vom achtjährigen Lucas Ye, fungiert dieses Maskottchen nicht nur als Glücksbringer, sondern auch als visueller „Schwerelosigkeitsindikator“. Neun Minuten nach dem Start zeigte der schwebende „Rise“ den vier angeschnallten Astronauten an, dass sie in der Schwerelosigkeit angekommen waren. Diese charmante und doch praktische Rolle unterstreicht das menschliche Element in der hochtechnologischen Weltraumforschung, die von der NASA als entscheidend hervorgehoben wird. Es ist eine einfache, aber effektive Methode, um einen kritischen Moment der Reise zu markieren.
Der Name „Rise“ ist eine bewusste Anspielung auf das berühmte „Earthrise“-Foto, das Apollo-8-Astronaut William Anders 1968 während einer Mondumkreisung aufnahm. Dieses ikonische Bild der über dem Mondhorizont aufgehenden Erde galt damals als eine tiefgründige Mahnung, irdisches „Hickhack“ und persönliche Eitelkeiten in den Hintergrund zu stellen. Es forderte dazu auf, sich auf universelle Werte wie Frieden, Gerechtigkeit und Liebe zu konzentrieren, da der Mensch im Angesicht des Kosmos kaum mehr als eine winzige Ameise sei. Der Artikel bedauert, dass die Botschaft dieses Fotos in heutigen politischen Machtzentralen wie dem Weißen Haus oder dem Kreml leider an Bedeutung verloren zu haben scheint.
Die Tradition von Glücksbringern und Maskottchen im All ist altbewährt. Schon Juri Gagarin soll 1961 ein ähnliches Püppchen dabei gehabt haben, und auch Figuren wie Snoopy und die WDR-Maus waren bereits im Weltraum. Für die Artemis-Mission gingen 2600 Vorschläge für ein Maskottchen aus 50 Ländern ein. Zu den Finalisten gehörten unter anderem ein „Fliegendes Eichhörnchen“ aus Kanada und eine finnische Weltraumqualle. Die Astronauten entschieden sich jedoch für „Rise“, das durch seine Symbolik und die Verbindung zum „Earthrise“-Moment eine besondere Bedeutung erhält und die menschliche Perspektive auf die Erkundung des Universums hervorhebt.
Plüschtiere haben mittlerweile unappetitliche alte Glücksbringer wie stinkende Hasenpfoten oder Karpfenknochen abgelöst. In der Raumfahrt erfüllen sie eine doppelte Funktion: Sie sind nicht nur nützliche Indikatoren für Schwerelosigkeit, sondern auch emotionale Symbole, die die menschliche Komponente einer potenziell gefährlichen Mission betonen. Es bleibt zu hoffen, dass „Rise“ den Artemis-Astronauten nicht nur im All, sondern auch bei der Rückkehr zur Erde Glück bringt und sie, ähnlich wie der Eiskunstläufer Ilia Malinin nach einer erfolgreichen Kür, von begeisterten Fans mit Plüschtieren überschüttet werden. Dies würde beweisen, dass Maskottchen nicht nur als praktische Indikatoren dienen, sondern auch als wunderbarer Ausdruck menschlicher Freude und des Erfolgs.
