Ein Hauch von Geschichte liegt in der Luft am Weltraumbahnhof in Florida, wo Schaulustige gespannt dem Artemis 2 Start entgegenfiebern. Die Erwartungen sind riesig, denn mit dieser Mission kommen Menschen dem Mond erstmals seit über 50 Jahren wieder ganz nah. Im Besucherzentrum des Kennedy Space Centers herrscht ausgelassene Stimmung unter den Touristen. Joe aus North Carolina erfüllt sich einen Lebenstraum, während Jessica aus Hannover das Gefühl von „Gänsehaut“ beschreibt. Auch Michelle aus Texas, die im Space Center Houston arbeitet, wird emotional beim Gedanken an die historische Rückkehr zum Mond.
Nicht nur im Kennedy Space Center, sondern auch im gegenüberliegenden Titusville versammeln sich zahlreiche Weltraum-Fans. Von hier aus bietet sich ein perfekter Blick auf die fast 100 Meter hohe SLS-Rakete. Menschen wie Alba aus Puerto Rico sprechen von einem einzigartigen Ereignis. Michelle Hanlon von der University of Mississippi betont, dass der Artemis 2 Start ein „unglaublicher Meilenstein“ und der „Beginn der Rückkehr der Menschheit zum Mond“ sei. Im Gegensatz zum Wettlauf der Apollo-Ära stünden diesmal langfristigere Ziele im Vordergrund, wie die Erforschung seltener Rohstoffe und das Lernen über den Weltraum und uns selbst. Die Mission wird den Mond umrunden, ohne zu landen, aber dabei weiter von der Erde entfernt sein als jeder Mensch zuvor.
Die Astronauten werden auf ihrem rund zehntägigen Flug um den Mond verschiedene Tests durchführen, als Vorbereitung für das große NASA-Ziel einer Mondlandung 2028 und einer dauerhaften menschlichen Präsenz auf dem Mond. Die vierköpfige Crew, die in einer Orion-Raumkapsel sitzt, an der auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) maßgeblich beteiligt war, schreibt Geschichte: Erstmals nimmt eine Frau, ein Afroamerikaner und ein Nicht-Amerikaner (ein Kanadier) an einer Mondmission teil. Die achtjährige Evey ist Fan von Astronautin Christina Koch und spürt, dass hier Geschichte geschrieben wird.
Aktuell gibt es jedoch technische Probleme, die den sofortigen Start verhindern. Die Rakete musste von der Startrampe zurück in den Hangar gebracht werden. Trotzdem drücken alle die Daumen, dass es bald klappt. Die deutschen Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer sind ebenfalls in Florida vor Ort, um dieses Spektakel nicht zu verpassen. Sollte der Start in der kommenden Nacht nicht möglich sein, stehen in den darauffolgenden Nächten weitere Startfenster zur Verfügung. Die Spannung bleibt hoch, während die Welt auf den nächsten Schritt der Menschheit zum Mond wartet.
