Das Gericht in Palma de Mallorca hat sich im Fall der Anzeige von Moderatorin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, Schauspieler Christian Ulmen, für nicht zuständig erklärt und den Fall nach Deutschland abgegeben. Die Vorsitzende Richterin der Abteilung für Gewalt gegen Frauen ordnete die vollständige Übermittlung der Akten an die deutsche Staatsanwaltschaft an. Konkret geht es um die Staatsanwaltschaft Potsdam, die das Verfahren nun übernimmt. Diese Entscheidung markiert einen wesentlichen Wendepunkt in dem öffentlich ausgetragenen Konflikt.
Die Begründung für die Abgabe ist vielfältig: Laut richterlichem Beschluss weisen die mutmaßlichen Taten, die zur Anzeige führten, eine “offensichtliche Verbindung zu Deutschland” auf. Es wird angenommen, dass sie entweder auf deutschem Hoheitsgebiet begangen wurden oder über digitale Plattformen, die auf Deutsch veröffentlichen. Zudem sind die benannten Zeugen deutsche Staatsangehörige, in Deutschland ansässig und deutschsprachig. Besonders relevant ist auch, dass sich die Auswirkungen der angezeigten mutmaßlichen Deepfakes, Geheimnisoffenlegungen und Identitätsdiebstähle vor allem in Deutschland entfaltet hätten, da Collien Fernandes dort eine öffentliche Figur ist und somit Ruf, Ehre und Ansehen primär in Deutschland beeinträchtigt werden könnten.
Christian Ulmens Anwalt, Christian Schertz, hatte bereits öffentlich die Vorwürfe als “unwahre Tatsachen” zurückgewiesen und betont, sein Mandant habe zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos hergestellt oder verbreitet. Die Entscheidung des Gerichts auf Mallorca folgt sowohl dem Antrag von Ulmens spanischem Anwaltsteam als auch der Staatsanwaltschaft von Palma, die beide für eine Übertragung an die deutsche Justiz plädierten. Ulmens Verteidiger argumentierten zudem, dass eine bereits im Jahr 2024 in Deutschland erstattete Anzeige gegen Unbekannt von Fernandes, die zwischenzeitlich zum Erliegen gekommen war, das “primär zuständige deutsche Verfahren” sei und die Ermittlungen in Spanien blockiere. Dieser Sichtweise schloss sich die Richterin in Palma de Mallorca an.
In Deutschland liegt bereits eine frühere Anzeige von Fernandes gegen unbekannt vor, die sie 2024 bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe erstattet hatte. Diese Ermittlungen wurden jedoch bereits an die Staatsanwaltschaft Potsdam abgegeben, wo Fernandes und Ulmen vor ihrem Umzug nach Mallorca 2023 gelebt hatten. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat bestätigt, dass sie das Verfahren nun übernehmen und prüfen wird, ob sich ein Anfangsverdacht begründen lässt. Die Entscheidung des Gerichts auf Mallorca ist noch nicht rechtskräftig; es können noch Rechtsmittel eingelegt werden. Collien Fernandes hatte ihre Anschuldigungen bereits in der TV-Talkshow “Caren Miosga” öffentlich gemacht, was im Vorfeld bereits für rechtliche Diskussionen gesorgt hatte.
