Eine beunruhigende neue Studie enthüllt, dass in den kommenden Jahrzehnten bis zu 2,6 Milliarden Menschen gleichzeitig von extremer Hitze und Dürre betroffen sein könnten. Dieses gefährliche Zusammentreffen von Rekordtemperaturen und fehlenden Niederschlägen wird sich aufgrund des Klimawandels voraussichtlich mehr als verfünffachen, so die Untersuchung. Forschende des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven und des Frontier Science Center an der Ocean University of China haben die Entwicklungen von Temperatur und Niederschlag während der vorindustriellen Zeit (1850–1900), der Gegenwart (2001–2020) und einem zukünftigen Klima bei einer globalen Erwärmung von etwa 2,7 Grad verglichen, um diese alarmierenden Prognosen zu erstellen.
Die Studie hebt hervor, wie sich Hitze und Dürre gegenseitig verstärken – ein Teufelskreis, der weitreichende Konsequenzen nach sich zieht. „Bei kombinierten Hitze- und Trockenperioden kommt es zu Wasserknappheit und instabilen Lebensmittelpreisen. Für im Freien arbeitende Menschen ist das gefährlich“, erklärt Di Cai, Klimawissenschaftler an der Ozeanuniversität Chinas und Hauptautor der Studie. Auch einzeln verursachen diese Extremereignisse bereits enorme Schäden, darunter eine signifikant weniger produktive Landwirtschaft und Industrie, akute Wasserknappheit sowie eine erhöhte Sterblichkeit bei Mensch und Tier. Die kumulierten Auswirkungen bei simultanem Auftreten sind jedoch um ein Vielfaches gravierender und stellen eine ernsthafte Bedrohung für die globale Stabilität dar.
Die Analyse bestätigt zudem, dass zunehmendes Extremwetter bestehende Ungleichheiten drastisch verschärft. Besonders hart trifft es die Bewohner von einkommensschwachen Ländern in den Tropen, die zum globalen Treibhausgasausstoß kaum beigetragen haben. Diese Länder sind einem unverhältnismäßig hohen Risiko solcher Extremsituationen ausgesetzt, verfügen aber gleichzeitig über nur begrenzte Möglichkeiten zur Anpassung. Als primäre Hotspots benannten die Forschenden Mittel- und Südamerika, Südeuropa, Afrika und Südasien. Diese Regionen werden sich den extremsten Herausforderungen stellen müssen, obwohl sie historisch am wenigsten zur Ursache des Problems beigetragen haben.
Die Anfälligkeit dieser Regionen ist größtenteils auf ihre geografische Lage und die spezifische Klimaempfindlichkeit zurückzuführen. Viele der am stärksten betroffenen Länder liegen in tropischen und subtropischen Breitengraden, wo bereits eine geringe Erwärmung die Wahrscheinlichkeit von Extremereignissen erheblich verändern kann. Die Forschungsergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit globaler Anstrengungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zur Unterstützung der am stärksten gefährdeten Gemeinschaften bei der Entwicklung von Anpassungsstrategien, um die verheerenden Auswirkungen dieser zunehmenden Hitze- und Dürreperioden abzumildern.
