Die lange Zeit der sternschnuppenlosen Nächte ist vorbei: Im April kehrt der Meteorstrom der Lyriden zurück und lässt den Himmel funkeln. Nach den kargen Monaten Februar und März freuen sich Sternschnuppen-Suchende auf ein wiederkehrendes Spektakel. Die Erde trifft auf den Staubstrom der Lyriden und verspricht leuchtende Spuren am Nachthimmel. Einzelne Lyriden sind von Mitte bis Ende April zu sehen, doch das absolute Highlight ist die Nacht vom 22. auf den 23. April. Dann erreicht der Strom seinen Höhepunkt und bietet eine wunderbare Gelegenheit, ein natürliches Lichtspiel zu bestaunen.
Am Höhepunkt der Lyriden sausen pro Stunde bis zu 25 Sternschnuppen über den Himmel. In seltenen Ausbruchsjahren wurden sogar bis zu 100 Meteore pro Stunde gezählt, solche Ereignisse sind jedoch unvorhersehbar. Das Maximum wird voraussichtlich um 21:40 Uhr am Abend des 22. April erreicht. Die Lyriden sind für ihr “breites” Maximum bekannt, sodass auch die Nächte davor und danach lohnenswert sind. Der scheinbare Ausstrahlungspunkt, der Radiant, nahe des Sterns Wega im Sternbild Leier (Lyra), steigt erst gegen 22 Uhr am nordöstlichen Horizont auf. Die beste Sicht bietet sich in den mondlosen Morgenstunden des 23. April, gegen 5 Uhr, wenn die Leier hoch am Himmel steht.
Was am Nachthimmel als Sternschnuppe aufblitzt, ist ein winzig kleines Gesteinsbröckchen, das in die Erdatmosphäre eintritt. Nicht das Krümelchen selbst verglüht, sondern es regt die Luftteilchen zum Leuchten an: Beim Auftreffen werden Elektronen herausgeschlagen, die beim Zurückkehren ins Atom Energie als Licht freisetzen – die sichtbare Sternschnuppe. Für die Beobachtung suchen Sie einen dunklen Ort mit weitem Himmelsausschnitt. Legen Sie sich mit warmer Decke und Kissen hin, die Füße zum Radianten (Leier), und geben Sie Ihren Augen Zeit zur Dunkeladaptation. Heißer Tee kann ebenfalls helfen.
Diese regelmäßigen Meteorströme wie die Lyriden stammen von Kometen. Wenn ein Komet die Sonne umkreist, verdampft sein Eis und hinterlässt eine lange Dreckspur. Kreuzt die Erde diese Spur, funkeln die Sternschnuppen auf. Da die Spur erhalten bleibt, kehren die Lyriden jährlich um den 22. April zurück. Für 2026 ist jedoch Vorsicht geboten: Ein fast voller Mond wird dann die ganze Nacht am Himmel stehen und die Sicht auf die Meteore stark beeinträchtigen.
