Die kalifornische Raumfahrtfirma Rocket Lab hat die Genehmigung erhalten, den Münchner Laser-Spezialisten Mynaric zu übernehmen. Diese Akquisition ist von strategischer Bedeutung, da Mynaric Laserterminals für Kommunikationssatelliten herstellt, die sowohl im kommerziellen Sektor als auch im Verteidigungsbereich – darunter für die amerikanische Space Force und europäische Armeen – eingesetzt werden. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte die Übernahme aufgrund der sicherheitsrelevanten Technologie einer strengen Prüfung unterzogen und schließlich unter Auflagen zugestimmt. Die Laserkommunikation wird als entscheidender Faktor für zukünftige Satellitenkonstellationen betrachtet, und Rocket Lab strebt an, diese Technologie in großem Maßstab bereitzustellen, um seine eigenen Satellitenkomponenten zu ergänzen.
Mynaric, eine Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, musste vor der Übernahme ein Sanierungsverfahren durchlaufen, nachdem Produktionsverzögerungen und Lieferengpässe zu erheblichen Umsatzeinbrüchen und einem Delisting von der Börse geführt hatten. Der US-Investor Pimco unterstützte das Sanierungsverfahren und den anschließenden Verkauf an Rocket Lab. Rocket Lab, bekannt für seine Kleinraketen wie die Electron und die in Entwicklung befindliche Neutron, beliefert Mynaric bereits mit Kommunikationsterminals des Typs Condor Mk3 für einen Milliardenauftrag der US Space Force. Die Übernahme sichert Rocket Lab den Zugriff auf kritische Technologie für seine Satellitenaktivitäten und ermöglicht Mynaric eine Stabilisierung.
Die Genehmigung durch das Bundeswirtschaftsministerium erfolgte unter “strengen Auflagen”. Diese Auflagen sollen den Verbleib des geistigen Eigentums, der Produktion sowie der Forschung und Entwicklung von Schlüsseltechnologien und -produkten von Mynaric in Deutschland und Europa garantieren. Darüber hinaus muss gewährleistet sein, dass Produkte und Dienstleistungen für deutsche und europäische Verteidigungskunden weiterhin verfügbar sind. Rocket Lab hat zugesichert, dass der Hauptsitz von Mynaric in Gilching bei München verbleibt, was gleichzeitig die erste europäische Niederlassung für das kalifornische Unternehmen darstellt. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt, jedoch hatte zuvor auch Rheinmetall Interesse an Mynaric gezeigt.
Der Fall unterstreicht die Sensibilität von Hochtechnologie-Übernahmen im Kontext nationaler Sicherheit. Bereits 2020 hatte die Bundesregierung Mynaric untersagt, seine Lasertechnologie nach China zu liefern. Die Firma war 2017 an die Börse gegangen und hatte vier Jahre später eine Fabrik eröffnet, etablierte sich aber in einem umkämpften Markt, in dem die Airbus-Tochter Tesat als wichtiger Mitbewerber gilt. Die Sicherstellung der deutschen und europäischen Autonomie im Bereich der Weltraumtechnologie war ein zentrales Anliegen bei der Prüfung der Übernahme, die nun den Weg für Mynaric unter dem Dach von Rocket Lab ebnet, während gleichzeitig Sicherheitsinteressen gewahrt bleiben sollen.
