Die Investmentholding von Warren Buffett, Berkshire Hathaway, ist überraschend mit einem Millionenbetrag bei der New York Times eingestiegen. Zum Jahresende 2025 hielt Buffetts Gesellschaft rund fünf Millionen Aktien des renommierten Nachrichtenhauses, deren Wert sich auf etwa 350 Millionen US-Dollar beläuft. Diese Meldung hat in der Finanzwelt für Aufsehen gesorgt, da die Entscheidungen des „Orakels von Omaha“ oft als wegweisend gelten und anderen Investoren Orientierung bieten. Der Einstieg erfolgte im vierten Quartal 2025, kurz bevor Warren Buffett selbst nach 60 Jahren den Vorstandsvorsitz an seinen Nachfolger Greg Abel übergab. Es ist unklar, ob Buffett persönlich oder einer seiner Portfoliomanager die Investition tätigte, doch die Signalwirkung bleibt unbestreitbar und führte zum Anstieg der New York Times-Aktie.
Das Investment in die New York Times markiert eine bemerkenswerte Wende in Buffetts Strategie, nachdem er 2020 das eigene regionale Zeitungsgeschäft von Berkshire Hathaway veräußert hatte. Schon 2018 hatte Buffett jedoch betont, dass seiner Meinung nach nur wenige große Zeitungen wie die New York Times, das Wall Street Journal und möglicherweise die Washington Post über ausreichend starke digitale Geschäftsmodelle verfügen, um langfristig zu überleben und sinkende Print-Einnahmen auszugleichen. Der aktuelle Schritt könnte daher als Bestätigung seiner früheren Einschätzung verstanden werden, dass ausgewählte Medienhäuser mit erfolgreicher digitaler Transformation trotz der allgemeinen Schwierigkeiten in der Branche wieder attraktive Investitionen darstellen können.
Gleichzeitig hat Berkshire Hathaway signifikante Anteile an Tech-Giganten reduziert. Die Beteiligung am iPhone-Hersteller Apple wurde um vier Prozentpunkte gesenkt, und der Anteil am Onlinehändler Amazon wurde um mehr als 75 Prozent reduziert. Dies ist besonders bemerkenswert, da Buffett erst 2019 bei Amazon eingestiegen war und damals seine frühere Zurückhaltung gegenüber Tech-Werten als Fehler bezeichnet hatte. Diese umfangreichen Verkäufe deuten auf eine strategische Neuausrichtung hin, bei der Kapital von hochbewerteten Technologieunternehmen abgezogen und in traditionellere Sektoren mit spezifischem Wachstumspotenzial, wie nun im Falle der New York Times, investiert wird.
Das Medien- und Zeitungsgeschäft kämpft seit Jahren mit dem Übergang vom Print- zum Digitalbereich, was weltweit, einschließlich der USA, zu Schwierigkeiten führt. Jüngstes Beispiel ist die Washington Post, die massive Stellenstreichungen und die Schließung ganzer Abteilungen angekündigt hat. Vor diesem Hintergrund sendet Buffetts Investition in die New York Times ein starkes Signal des Vertrauens in das Geschäftsmodell des New Yorker Verlags und möglicherweise auch in die Zukunft des Qualitätsjournalismus – zumindest für diejenigen, die erfolgreich den digitalen Wandel meistern. Weitere Details zu Buffetts Investmentstrategien werden Ende Februar im Jahresbericht von Berkshire Hathaway erwartet.
