Luca Reggiani, erst 18 Jahre alt, erlebt bei Borussia Dortmund einen kometenhaften Aufstieg. Der junge italienische Innenverteidiger, der im vergangenen Samstag sein erstes Bundesliga-Tor gegen den FC Augsburg vor 25.000 begeisterten Fans der Südtribüne erzielte, konnte sein Glück kaum fassen. Mit einem Kopfball in der 59. Minute zum 2:0-Endstand, den er selbst als traumhaft empfand, manifestierte er seine Präsenz in der Profimannschaft. Diese Leistung folgt auf ein rasantes Tempo: Sein Bundesliga-Debüt gab er bereits am 7. Februar als Einwechselspieler, gefolgt vom Champions-League-Startelf-Einsatz am 17. Februar gegen Atalanta Bergamo. Seine Entwicklung lässt die Kaderplaner des BVB aufhorchen, insbesondere angesichts des bevorstehenden Abschieds von Niklas Süle im Sommer, wodurch eine wichtige Position in der Abwehr frei wird.
Reggiani, 1,94 Meter groß und in Modena geboren, wechselte im Februar 2024 als 16-Jähriger aus dem Nachwuchs des Erstligisten Sassuolo zu den Dortmunder B-Junioren. Bereits in jenem Sommer feierte er mit dem BVB die deutsche B-Jugend-Meisterschaft. Ein Jahr später, im Viertelfinale der A-Jugend gegen den FC Bayern, fehlte er zwar verletzungsbedingt, erholte sich jedoch und holte im November 2025 mit Italien Bronze bei der U17-WM in Katar. Dort spielte er an der Seite des ebenfalls talentierten BVB-Stürmers Samuele Inacio, zu dem er nach seinem Tor gegen Augsburg direkt lief. Seine vielseitigen Erfahrungen auf nationaler und internationaler Jugendebene haben ihn optimal auf die Herausforderungen im Profibereich vorbereitet.
Seine jüngste Leistung in der Dreier-Abwehrkette gegen Augsburg, wo er rechts neben Waldemar Anton und Nico Schlotterbeck agierte, wurde von allen Seiten gelobt. „Luca hat es sehr gut gemacht, ohne Fehler. Sein Tor ist das i-Tüpfelchen“, konstatierte Mitspieler Waldemar Anton. Auch Trainer Niko Kovac zeigte sich beeindruckt von den Emotionen des jungen Spielers: „Ein 18-Jähriger macht sein drittes Bundesligaspiel, schießt sein erstes Tor und freut sich dermaßen, dass er gar nicht weiß, wohin mit sich. Seine ganzen Emotionen waren wunderschön.“ Reggiani selbst fasste seine Gefühle im BVB-Youtube-Kanal mit einem englischen „Verrückt!“ zusammen und betonte, dass er trotz des Erfolgs weiter hart trainieren müsse.
Die schnelle Etablierung Reggianis im Profikader hat Sportdirektor Sebastian Kehl bereits in Handlungszwang versetzt. Sein aktueller Vertrag läuft lediglich bis zum Sommer 2027, und die beeindruckenden Leistungen des jungen Innenverteidigers, sowohl im soliden Abwehrspiel als auch mit seiner neu dokumentierten Kopfballstärke, wecken Begehrlichkeiten bei europäischen Topklubs. Schon bei seinem Wechsel 2024 zum BVB zeigten Real Madrid, Juventus Turin sowie die Bundesliga-Konkurrenten Bayern München und Bayer Leverkusen Interesse. Kehl ist sich der Situation bewusst und befindet sich „seit Wochen in Gesprächen“, um Reggiani langfristig an den Verein zu binden und seine Zukunft bei Borussia Dortmund zu sichern.
